Bauschaden-Atlas Wunsiedel
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Wunsiedel stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Wunsiedel dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Wunsiedel im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt | Klassizistischer Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1834, einzelne ältere Bauten | Der Kern brannte in der Nacht auf den 21. Oktober 1834 bis auf die Stadtkirche und die Häuser nördlich der Maximilianstraße nieder. Der Wiederaufbau folgte einem klassizistischen Plan mit begradigten Straßen und großem Marktplatz, dazu gehören Rathaus und Maximilianstraße. Verputzte Massivbauten mit Granit- und Syenitsockeln, tiefen Kellern und steilen Satteldächern bestimmen das Bild. Vom mittelalterlichen Bestand blieb im Wesentlichen das Koppetentor von 1471. | Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Granit- und Syenitmauerwerk der Erdgeschosse, weil die Bauten von 1835 bis 1840 ohne Horizontalsperre errichtet wurden |
| Holenbrunn | Industrialisierung ab 1875, Werks- und Wohnbebauung des späten 19. und 20. Jahrhunderts | Der Ort entwickelte sich nach dem Bau der Fichtelgebirgsbahn von 1875 bis 1877 aus einem Bauerndorf zum Industriestandort. Neben dem alten Dorfkern mit Granit-Bruchsteinbauten stehen dort Werks- und Gewerbebauten, Arbeiterwohnhäuser sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. 1978 eingemeindet. | Asbesthaltige Bauteile wie Faserzement-Wellplatten und Rohrisolierungen in den Werks- und Gewerbebauten der Nachkriegsjahrzehnte |
| Schönbrunn | Dörfliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung | Der Ort entstand um 1200 als kleine Siedlung an einer Burg, von der heute nur noch der Burgstall geblieben ist. 1975 eingemeindet. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen aus verputztem Granit-Bruchstein mit Scheunen und Stallgebäuden, dazu Wohnhäuser der Nachkriegszeit am Ortsrand. | Durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss, die heute zu Wohnraum umgebaut werden |
| Bernstein | Herrschaftsbau und dörflicher Bestand des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser | Ehemals bedeutender Ort mit Sonderrechten an der alten Hauptstraße ins Egerland, 1978 eingemeindet. Prägend ist Schloss Bernstein, umgeben von Hofstellen und Wohnstallhäusern aus verputztem Granit-Bruchstein. Am Rand stehen einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums. | Salzausblühungen und Putzabplatzungen im Sockelbereich der historischen Bauten, weil aufsteigende Feuchte nicht unterbunden ist |
| Göpfersgrün | Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Betriebs- und Wohnbauten des Bergbaus | Ortsteil mit einem in Deutschland einzigartigen Vorkommen an Speckstein, also kristallinem Talk, der über und unter Tage abgebaut wird. Neben dem dörflichen Kern aus Granit-Bruchsteinbauten stehen Betriebsgebäude und Hallen des Bergbaubetriebs sowie Wohnhäuser der Nachkriegszeit. | Setzungs- und Rissbilder an Gebäuden über und neben den untertägigen Grubenbauen und auf verfüllten Abbauflächen |
| Breitenbrunn | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren | Kleiner Ortsteil im Osten des Stadtgebiets in der Höhenlage des Fichtelgebirges. Landwirtschaftlich geprägt, mit ehemaligen Hofstellen aus verputztem Granit-Bruchstein und hölzernen Wirtschaftsgebäuden. Dazwischen liegen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. | Schlagregen- und Frostbelastung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage, in der Folge Putzrisse, Hohlstellen und Durchfeuchtung |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?
In Altstadt dominiert Der Kern brannte in der Nacht auf den 21. Oktober 1834 bis auf die Stadtkirche und die Häuser nördlich der Maximilianstraße nieder. Der Wiederaufbau folgte einem klassizistischen Plan mit begradigten Straßen und großem Marktplatz, dazu gehören Rathaus und Maximilianstraße. Verputzte Massivbauten mit Granit- und Syenitsockeln, tiefen Kellern und steilen Satteldächern bestimmen das Bild. Vom mittelalterlichen Bestand blieb im Wesentlichen das Koppetentor von 1471. aus der Zeit Klassizistischer Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1834, einzelne ältere Bauten. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Granit- und Syenitmauerwerk der Erdgeschosse, weil die Bauten von 1835 bis 1840 ohne Horizontalsperre errichtet wurden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen im Granit- und Syenitmauerwerk der Erdgeschosse, weil die Bauten von 1835 bis 1840 ohne Horizontalsperre errichtet wurden
- Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen an Sockeln, Treppen und Gewänden, verursacht durch die hohe Zahl an Frost-Tau-Wechseln in der Höhenlage
- Durchfeuchtete, kalte Gewölbekeller mit Schimmel und modrigem Geruch, weil Querlüftung fehlt und Bodenbeläge dampfdicht ausgeführt wurden
- Tauwasser hinter nachträglicher Innendämmung, weil die denkmalgeschützten Fassaden des klassizistischen Ensembles außen nicht gedämmt werden dürfen
Postleitzahl 95632.
Welche Bauschäden sind in Holenbrunn typisch?
In Holenbrunn dominiert Der Ort entwickelte sich nach dem Bau der Fichtelgebirgsbahn von 1875 bis 1877 aus einem Bauerndorf zum Industriestandort. Neben dem alten Dorfkern mit Granit-Bruchsteinbauten stehen dort Werks- und Gewerbebauten, Arbeiterwohnhäuser sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. 1978 eingemeindet. aus der Zeit Industrialisierung ab 1875, Werks- und Wohnbebauung des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist asbesthaltige Bauteile wie Faserzement-Wellplatten und Rohrisolierungen in den Werks- und Gewerbebauten der Nachkriegsjahrzehnte. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Asbesthaltige Bauteile wie Faserzement-Wellplatten und Rohrisolierungen in den Werks- und Gewerbebauten der Nachkriegsjahrzehnte
- Altlastenverdacht auf bahn- und werksnahen Grundstücken, weshalb vor Bauvorhaben Bodenuntersuchungen angezeigt sind
- Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahnstrecke und der Zufahrten zu den Gewerbeflächen
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der einfach gebauten Arbeiter- und Siedlungshäuser
Postleitzahl 95632.
Welche Bauschäden sind in Schönbrunn typisch?
In Schönbrunn dominiert Der Ort entstand um 1200 als kleine Siedlung an einer Burg, von der heute nur noch der Burgstall geblieben ist. 1975 eingemeindet. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen aus verputztem Granit-Bruchstein mit Scheunen und Stallgebäuden, dazu Wohnhäuser der Nachkriegszeit am Ortsrand. aus der Zeit Dörfliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss, die heute zu Wohnraum umgebaut werden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen mit früherem Erdanschluss, die heute zu Wohnraum umgebaut werden
- Schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der Scheunen und Wirtschaftsgebäude
- Aufsteigende Feuchte in den Sockeln der Dorfhäuser, weil eine Horizontalsperre fehlt und dichte Zementputze die Austrocknung verhindern
- Wasser in Kellern und Nebengebäuden nach Starkregen, weil Oberflächenwasser vom Hang zum Ortskern läuft und die Entwässerung fehlt
Postleitzahl 95632.
Welche Bauschäden sind in Bernstein typisch?
In Bernstein dominiert Ehemals bedeutender Ort mit Sonderrechten an der alten Hauptstraße ins Egerland, 1978 eingemeindet. Prägend ist Schloss Bernstein, umgeben von Hofstellen und Wohnstallhäusern aus verputztem Granit-Bruchstein. Am Rand stehen einzelne Wohnhäuser jüngeren Datums. aus der Zeit Herrschaftsbau und dörflicher Bestand des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist salzausblühungen und Putzabplatzungen im Sockelbereich der historischen Bauten, weil aufsteigende Feuchte nicht unterbunden ist. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Salzausblühungen und Putzabplatzungen im Sockelbereich der historischen Bauten, weil aufsteigende Feuchte nicht unterbunden ist
- Fäulnis an Deckenbalkenköpfen dort, wo die Balken in feuchtem Außenmauerwerk auflagern
- Undichte Dachdeckungen und schadhafte Traufanschlüsse an den kaum noch genutzten Wirtschaftsgebäuden
- Frostschäden an Bruchstein- und Stützmauern in exponierter Lage, verstärkt durch verhärtete Zementfugen
Postleitzahl 95632.
Welche Bauschäden sind in Göpfersgrün typisch?
In Göpfersgrün dominiert Ortsteil mit einem in Deutschland einzigartigen Vorkommen an Speckstein, also kristallinem Talk, der über und unter Tage abgebaut wird. Neben dem dörflichen Kern aus Granit-Bruchsteinbauten stehen Betriebsgebäude und Hallen des Bergbaubetriebs sowie Wohnhäuser der Nachkriegszeit. aus der Zeit Dörflicher Bestand des 19. Jahrhunderts, Betriebs- und Wohnbauten des Bergbaus. Der häufigste Schaden ist setzungs- und Rissbilder an Gebäuden über und neben den untertägigen Grubenbauen und auf verfüllten Abbauflächen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Setzungs- und Rissbilder an Gebäuden über und neben den untertägigen Grubenbauen und auf verfüllten Abbauflächen
- Erschütterungsrisse an Wohnhäusern entlang der Zufahrten zum Bergbaubetrieb durch den Schwerverkehr
- Gealterte Flachdachabdichtungen der Betriebshallen mit stehendem Wasser und durchfeuchteter Dämmschicht
- Aufsteigende Feuchte und Salzschäden in den Bruchsteinsockeln der alten Dorfhäuser
Postleitzahl 95632.
Welche Bauschäden sind in Breitenbrunn typisch?
In Breitenbrunn dominiert Kleiner Ortsteil im Osten des Stadtgebiets in der Höhenlage des Fichtelgebirges. Landwirtschaftlich geprägt, mit ehemaligen Hofstellen aus verputztem Granit-Bruchstein und hölzernen Wirtschaftsgebäuden. Dazwischen liegen Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist schlagregen- und Frostbelastung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage, in der Folge Putzrisse, Hohlstellen und Durchfeuchtung. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schlagregen- und Frostbelastung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage, in der Folge Putzrisse, Hohlstellen und Durchfeuchtung
- Befall der ungeheizten Dachstühle von Scheunen und Ställen durch Hausbock und Nagekäfer
- Drückendes Hangwasser an bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen
- Bauschäden durch Schneelast und Eisbildung an Traufen, Kehlen und Dachanschlüssen in schneereichen Wintern
Postleitzahl 95632.
Was die Bausubstanz von Wunsiedel prägt
- Der Stadtbrand von 1834 hat die Altstadt bis auf die Stadtkirche und wenige Häuser vernichtet. Der Bestand im Kern stammt daher fast durchgängig aus dem klassizistischen Wiederaufbau der Jahre danach, errichtet ohne Horizontalsperre.
- Granit, Syenit und Wunsiedler Marmor sind die vorherrschenden Natursteine. Sie sind fest, aber empfindlich gegen Salz und gegen dichte Zementfugen, die die Austrocknung des Mauerwerks blockieren.
- Die Höhenlage zwischen 525 und 939 Metern bringt lange Frostperioden, hohe Schneelasten und starke Schlagregenbelastung auf den Wetterseiten mit sich. Frost-Tau-Wechsel an durchfeuchteten Sockeln sind der häufigste Schadensauslöser.
- Bergbau prägt das Stadtgebiet bis heute: Zinnbergbau bis etwa 1450, dazu der Specksteinabbau über und unter Tage in Göpfersgrün. Auf und neben Abbauflächen sind Setzungen und Rissbilder zu erwarten.
- Die Industrialisierung entlang der Fichtelgebirgsbahn ab 1875 hinterließ in Holenbrunn Werks-, Gewerbe- und Arbeiterwohnbauten mit den bekannten Themen Asbest, Wärmebrücken und Altlastenverdacht.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.
